Annabelle Boom - Neue Püppchen braucht das Land

Es war einmal ein Mädchen mit kugelrunden, karibikblauen Augen, das neugierig in die Welt hinaus blickte und dabei mit ihrer liebenswürdigen Persönlichkeit jeden verzauberte, der das Glück hatte, ihren Weg kreuzen zu dürfen. Die Welt schien für die Prinzessin aus der Goldstadt nicht rosa genug sein zu können, die Haare nicht blond genug, die High Heels nicht hoch genug. Wer Annabelle Boom erblickte, riss sofort die passende Klischee-Schublade auf. Doch die rosarote Märchenwelt, die Wunderwesen Annabelle umgab, war farbenfroher, als die Leute dachten. Schubladen waren für sie zu eng, in dem blonden Blickfang steckte wesentlich mehr, als der erste Blick vermuten ließ…
Im Frühjahr 2011 sucht Daniela Katzenberger in ihrer Doku-Soap „natürlich blond“ an der Seite von Fernsehproduzent Bernd Schumacher nach einem neuen TV-Gesicht, nach einem Mädchen, das den “Katzenfaktor” besitzt, natürlich ist und auch ein wenig abgedreht. Schon beim ersten Casting beweist Annabelle, dass sie zwar wie aus einem Barbiefilm entsprungen zu sein scheint, aber neben Körbchen auch gehörig Köpfchen besitzt. Die 24-jährige schnuppert zum ersten Mal Fernsehluft (und wohl auch nicht zum letzten Mal). In Danielas Sendung sieht man sie mal schnurren, mal fauchen. Mal leuchten ihre Augen voll Euphorie, mal füllen sie sich mit Tränen, während sie Herausforderungen wie einen Gesangsauftritt vor großem Publikum, ein gewagtes Fotoshooting und einen Werbespot-Dreh mit Boomscher Bravour meistert.
Annabelle ist stets sie selbst, tröstet ihre Konkurrentinnen, zeigt sich ungeschminkt und schleicht sich damit Stück für Stück nicht nur ins Bewusstsein der Jury, sondern auch ins Herz der Zuschauer. Aus dem Studium der Wirtschaftspsychologie rein in eine Welt aus Interviewanfragen, Kameras und einem Hauch von Glamour. „Ich bin kein Imitat, ich bin ein Unikat“, sagt Annabelle von sich selbst. Sie macht das Rennen und neugierig auf mehr. „Sie ist ein Mädchen, dem man einfach gerne zuschaut“, begründet Bernd Schumacher die Jury-Entscheidung. Annabelles Antwort: Ein befreiender Schrei! Leise können andere.
Geboren in Enschede in den Niederlanden bringt sie die besten Voraussetzungen für Entertainer-Qualitäten mit (man denke nur an Rudi Carrell, Linda de Mol, Marijke Amado). Mit fünf Jahren der erste Umzug nach Pforzheim. Hier wächst Bella in behüteten Verhältnissen auf und absolviert auf dem Gymnasium das Abitur. Aus dem schüchternen, dunkelblonden Teenager entwickelt sich nach und nach ein Männertraum, die Haare werden heller, die Outfits mutiger. Annabelle liebt Make-up, Mode, Mädchenabende. Doch bei ihr vertragen sich die Extreme. In dem meterhohen Bücherregal ihrer Studentenbude stapeln sich nicht nur dünne Frauenzeitschriften, sondern auch dicke Wirtschaftspsychologie-Wälzer. In die Köpfe anderer Menschen zu schauen, zu verstehen, was sie bewegt, das ist es, wofür sich die wissbegierige Annabelle bereits in der Schule hellauf begeistern konnte.
Für jeden Kummer, für jede Freude ihrer Mitmenschen hat sie ein offenes Ohr. Echte Freundschaften sind ihr am Wichtigsten. Ohne ausgedehnte Mädchenabende kann und will sie nicht sein. So wie Annabelle einfühlsam zuhören kann, so kann sie auch in einem Schwall ohne Punkt und Komma erzählen und dabei ihre Gesprächspartner am Auf und Ab ihrer schillernden Gefühlswelt teilhaben lassen. Wer ihr schnippisch kommt, dem zeigt sie, dass sie nicht auf den Mund gefallen ist. Statt auf leisen Pfötchen stiefelt die neue Katze auf zehn Zentimeter hohen High Heels durch die Welt, ihr Ziel immer im Blick: „Ich werde es allen beweisen! Ich bleibe mir treu und verkünde: Neue Püppchen braucht das Land!“

